Moed Katan 31

Kapitel 31

א זו עשירית האיפה שלו דברי רבי יהודה
1 das ist das Zehntel Epha– so R. Jehuda.
ב ר"ש אומר (יחזקאל מד, כז) בבאו יקריב בזמן שראוי לביאה ראוי להקרבה בזמן שאינו ראוי לביאה אינו ראוי להקרבה
2 R. Šimo͑n erklärte: <i>Wenn er betritt, soll er darbringen</i>, ist er zum Betreten zulässig, so ist er auch zur Opferung zulässig, und ist er zum Betreten nicht zulässig, so ist er auch zur Opferung nicht zulässig.
ג אמר רבא מנלן דמשדרין שליחא דבי דינא ומזמנינן ליה לדינא דכתיב (במדבר טז, יב) וישלח משה לקרא לדתן ולאבירם בני אליאב ומנלן דמזמנינן לדינא דכתיב (במדבר טז, טז) ויאמר משה אל קרח אתה וכל עדתך
3 Raba sagte: Woher, daß man [zum Beklagten] einen Gerichtsdiener schicke (und ihn vor das Gericht lade)? Es heißt: <i>da sandte Moše und ließ Dathan und Abiram, die Söhne rufen</i>. Und woher, daß man ihn vor das Gericht lade? Es heißt: <i>da sprach Moše zu Qoraḥ: Du und deine ganze Rotte</i>.
ד לקמי גברא רבה דכתיב (במדבר טז, טז) לפני ה' את ופלניא דכתיב אתה והם ואהרן דקבעינן זימנא דכתיב מחר זימנא בתר זימנא דכתיב (ירמיהו מו, יז) קראו שם פרעה מלך מצרים שאון העביר המועד
4 Vor einem bedeutenden Mann? Es heißt: <i>vor dem Herrn</i>. Du und jener? Es heißt: <i>du und sie und Aron.</i> Daß man einen Termin ansetze? Es heißt: <i>morgen</i>. Daß man auch einen zweiten Termin ansetze? Es heißt: <i>rufet dort</i> <i>Pareo͑, den König von Miçrajim, zum Untergange, weil er die Zeit versäumt hat</i>.
ה ומנלן דאי מתפקר בשליחא דבי דינא ואתי ואמר לא מיתחזי כלישנא בישא דכתיב (במדבר טז, יד) העיני האנשים ההם תנקר
5 Woher, daß, wenn er gegen den Gerichtsdiener ausfällig ist und dieser es erzählt, dies nicht als Verleumdung gilt? Es heißt: <i>willst du etwa die Augen dieser Leute blind machen</i>!?
ו ומנלן דמשמתינן דכתיב (שופטים ה, כג) אורו מרוז דהכי סברא דגברא רבה דכתיב (שופטים ה, כג) אמר מלאך ה' ומנלן דמחרמינן דכתיב אורו ארור
6 Woher, daß man ihn mit dem Banne belege? Es heißt: <i>verfluchet Meroz</i>. Daß im Namen eines bedeutenden Mannes? Es heißt: <i>spricht der Engel des Herrn</i>. Woher, daß man ihn mit dem großen Banne belege? Es heißt: <i>verfluchet im Fluche</i>.
ז דאכיל ושתי בהדיה וקאי בארבע אמות דידיה דכתיב יושביה ומנלן דפרטינן חטאיה בציבורא דכתיב (שופטים ה, כג) כי לא באו לעזרת ה'
7 Der mit ihm ißt und trinkt oder innerhalb seiner vier Ellen steht? Es heißt: <i>ihre Bewohner.</i> Woher, daß man seine Sünde öffentlich bekannt mache? Es heißt: <i>weil sie dem Herrn nicht zu Hilfe kamen</i>.
ח ואמר עולא בד' מאה שיפורי שמתיה ברק למרוז איכא דאמרי גברא רבה הוה ואיכא דאמרי כוכבא הוה שנאמר (שופטים ה, כ) מן שמים נלחמו הכוכבים
8 Hierzu sagte U͑la, Baraq habe Meroz mit vierhundert Posaunenstößen in den Bann getan. Manche sagen, es war ein bedeutender Mann, und manche sagen, es sei ein Stern, denn es heißt: <i>vom Himmel her kämpften die Sterne</i>.
ט ומנלן דמפקרינן נכסיה דכתיב (עזרא י, ח) וכל אשר לא יבא לשלשת הימים בעצת השרים והזקנים יחרם כל רכושו והוא יבדל מקהל הגולה
9 Woher, daß man sein Vermögen preis gebe? Es heißt: <i>wer irgend am dritten Tage nicht erscheint, wie es der Beschluß des Obersten und der Ältesten fordertet dessen ganzes Vermögen soll dem Banne verfallen und er selbst aus der Gemeinde ausgeschlossen werden</i>.
י ומנלן דנצינן ולייטינן ומחינן ותלשינן שיער ומשבעינן דכתיב (נחמיה יג, כה) ואריב עמם ואקללם ואכה מהם אנשים ואמרטם ואשביעם
10 Woher, daß man mit ihm zanke, ihn verfluche und schlage, ihm das Haar ausraufe und ihn beschwöre? Es heißt: <i>ich zankte mit ihnen und fluchte ihnen, ich schlug und raufte einige von den Männern und beschwor sie</i>.
יא ומנלן דכפתינן ואסרינן ועבדינן הרדפה דכתיב (עזרא ז, כו) הן למות הן לשרושי הן לענש נכסין ולאסורין מאי לשרושי אמר אדא מרי אמר נחמיה בר ברוך אמר רב חייא בר אבין אמר רב יהודה הרדפה מאי הרדפה אמר רב יהודה בריה דרב שמואל בר שילת משמיה דרב מנדין לאלתר ושונין לאחר ל' ומחרימין לאחר ששים
11 Woher, daß man ihn fessele, einsperre und in Verfolgung setze? Es heißt: <i>sei es zum Tode, oder in die Acht, oder zu Geldbuße, oder zur Einsperrung</i>. – Was heißt Acht? Ada Mari erwiderte im Namen des Neḥemja b. Barukh im Namen des R. Ḥija b. Abin im Namen R. Jehudas: Verfolgung. – Was heißt Verfolgung? R. Jehuda, Sohn des R. Šemuél b. Šilath, erwiderte im Namen Rabhs: Man tut ihn sofort in den Bann, wiederholt nach dreißig Tagen, und nach sechzig Tagen tut man ihn in den großen Bann.
יב א"ל רב הונא בר חיננא הכי אמר רב חסדא מתרין ביה שני וחמישי ושני ה"מ לממונא אבל לאפקירותא לאלתר
12 R. Hona b. Ḥenana sprach zu ihm: Folgendes sagte R. Ḥisda: man verwarne ihn Montag, Donnerstag und Montag. Dies jedoch nur bei Geldangelegenheiten, wegen Unverschämtheit aber tue man ihn sofort in Bann.
יג ההוא טבחא דאיתפקר ברב טובי בר מתנה אימנו עליה אביי ורבא ושמתוהו לסוף אזל פייסיה לבעל דיניה אמר אביי היכי ליעביד לישרי ליה לא חל שמתא עליה תלתין יומין לא לישרי ליה קא בעו רבנן למיעל
13 Einst wurde ein Schlächter ausfällig gegen R. Ṭobi b. Mathna; da taten sich Abajje und Raba zusammen und taten ihn in den Bann. Als er darauf [R. Ṭobi b. Mathna] Abbitte leistete, sprach Abajje: Was ist nun zu machen: spricht man ihn los, so würde ja der Bann ihn keine dreißig Tage erfaßt haben, ihn nicht lossprechen [geht ebenfalls nicht], da die Rabbanan [zu ihm] gehen wollen.
יד א"ל לרב אידי בר אבין מידי שמיע לך בהא א"ל הכי אמר רב תחליפא בר אבימי אמר שמואל טוט אסר וטוט שרי אמר ליה ה"מ לממונא אבל לאפקירותא עד דחיילא שמתא עליה תלתין יומין
14 Darauf fragte R. Idi b. Abin: Hast du etwas diesbezüglich gehört? Dieser erwiderte: Folgendes sagte R. Taḥlipha b. Abimi im Namen Šemuéls: Tut bannt und Tut befreit. [Jener entgegnete:] Dies nur bei Geldangelegenheiten, [der Bann] wegen Unverschämtheit muß aber dreißig Tage anhalten.
טו אלמא קסבר אביי הני בי תלתא דשמיתו לא אתו תלתא אחריני ושרו ליה
15 Abajje ist somit der Ansicht, daß, wenn drei jemand mit dem Banne belegt haben, nicht drei andere ihn auflösen können.
טז דאיבעיא להו הני בי תלתא דשמיתו מהו למיתי תלתא אחריני ושרו ליה ת"ש מנודה לרב מנודה לתלמיד מנודה לתלמיד אינו מנודה לרב
16 Es wurde nämlich gefragt, ob, wenn drei jemand mit dem Banne belegt haben, drei andere ihn auflösen können. – Komm und höre: Wer vom Lehrer mit dem Banne belegt worden ist, ist auch für den Schüler mit dem Banne belegt; wer vom Schüler mit dem Banne belegt worden ist, ist nicht für den Lehrer mit dem Banne belegt.
יז מנודה לעירו מנודה לעיר אחרת מנודה לעיר אחרת אינו מנודה לעירו מנודה לנשיא מנודה לכל ישראל מנודה לכל ישראל אינו מנודה לנשיא רשב"ג אומר אחד מן התלמידים שנידה ומת חלקו אינו מופר
17 Wer für seine Stadt mit dem Banne belegt ist, ist auch für eine fremde Stadt mit dem Banne belegt; wer für eine fremde Stadt mit dem Banne belegt ist, ist nicht für seine Stadt mit dem Banne belegt. Wer für den Fürsten mit dem Banne belegt ist, ist auch für ganz Jisraél mit dem Banne belegt; wer für ganz Jisraél mit dem Banne belegt ist, ist nicht für den Fürsten mit dem Banne belegt. R. Šim͑n b. Gamliél sagte: Wenn einer der Jünger jemand mit dem Banne belegt hat und gestorben ist, so ist sein Teil nicht aufzulösen.
יח ש"מ תלת שמע מינה תלמיד שנידה לכבודו נידויו נידוי ושמע מינה כל אחד ואחד מיפר חלקו וש"מ הני בי תלתא דשמיתו לא אתו תלתא אחריני ושרו ליה
18 Hieraus ist dreierlei zu entnehmen: es ist zu entnehmen, daß wenn ein Jünger wegen seiner persönlichen Ehre jemand mit dem Banne belegt, der Bann gültig ist; es ist zu entnehmen, daß jeder seinen Teil [des Bannes] auflösen muß; und es ist zu entnehmen, daß, wenn drei jemand mit dem Banne belegt haben, drei andere ihn nicht auflösen können.
יט אמר אמימר הלכתא הני בי תלתא דשמיתו אתו בי תלתא אחריני ושרו ליה א"ל רב אשי לאמימר והא תניא רשב"ג אומר אחד מן התלמידים שנידה ומת חלקו אינו מופר מאי לאו אינו מופר כלל לא עד דאתו בי תלתא אחריני ושרו ליה
19 Amemar sagte: Die Halakha ist, wenn drei jemand mit dem Banne belegt haben, können drei andere ihn auflösen. R. Aši sprach zu Amemar: Es wird ja gelehrt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Wenn einer der Jünger jemand mit dem Banne belegt hat und gestorben ist, so ist sein Teil nicht aufzulösen. Doch wohl überhaupt nicht!? – Nein, bis andere drei kommen und ihn auflösen.
כ ת"ר אין נידוי פחות מל' יום ואין נזיפה פחות מז' ימים ואף על פי שאין ראיה לדבר זכר לדבר שנאמר (במדבר יב, יד) ואביה ירק ירק בפניה הלא תכלם שבעת ימים
20 Die Rabbanan lehrten: Kein Bann unter dreißig Tagen und kein Verweis unter sieben Tagen. Und wenn es hierfür auch keinen Beweis gibt, so gibt es immerhin eine Andeutung, denn es heißt: <i>wenn ihr Vater ihr ins Gesicht gespuckt hätte, würde sie sich da nicht sieben Tage lang schämen müssen</i>!?
כא אמר רב חסדא נידוי שלנו כנזיפה שלהן ונזיפה דידהו שבעה ותו לא והא ר"ש בר רבי ובר קפרא הוו יתבי וקא גרסי קשיא להו שמעתא א"ל ר"ש לבר קפרא דבר זה צריך רבי א"ל בר קפרא לר"ש ומה רבי אומר בדבר זה
21 R. Ḥisda sagte: Unser Bann gleicht ihrem Verweise. – Aber währt ihr Verweis denn nur sieben Tage, R. Šimo͑n b. Rabbi und Bar Qappara saßen ja einst und studierten, und als eine Lehre ihnen unverständlich war, sprach R. Šimo͑n zu Bar Qappara: Dies müßte man Rabbi fragen. Bar Qappara entgegnete R. Šimo͑n: Was könnte da Rabbi sagen!?
כב אזל א"ל לאבוה איקפד אתא בר קפרא לאיתחזויי ליה א"ל בר קפרא איני מכירך מעולם ידע דנקט מילתא בדעתיה נהג נזיפותא בנפשיה תלתין יומין
22 Darauf erzählte er es seinem Vater, und dieser ärgerte sich darüber. Als Bar Qappara ihn darauf besuchte, sprach er zu ihm: Bar Qappara, ich kenne dich nicht! Da merkte er, daß er etwas im Sinne hat, und nahm auf sich einen Verweis für dreißig Tage.
כג שוב פעם אחד גזר רבי שלא ישנו לתלמידים בשוק מאי דרש (שיר השירים ז, ב) חמוקי ירכיך כמו חלאים מה ירך בסתר
23 Ferner ereignete es sich, daß Rabbi einst anordnete, die Schüler nicht auf offener Straße zu unterrichten. Er legte nämlich folgenden Schriftvers aus: <i>Die Wölbungen deiner Hüften sind wie Halsgeschmeide</i>; wie die Hüfte verborgen ist,